ensemble

Zinc & Copper ist ein international profiliertes Tiefblechensemble, das 2005 von dem Tubisten und Komponisten Robin Hayward gegründet wurde. Den Fokus der musikalischen Forschungsarbeit und Repertoireentwicklung des Ensembles bildet die Auseinandersetzung mit verschiedenen Intonations- und Stimmungssystemen. Durch die intensive Beschäftigung mit mikrotonalen und natürlichen Stimmungen hat Zinc & Copper einen einzigartigen Ensemblesound entwickelt, der sich durch die Wärme der tiefen Blechinstrumente, seinen feinen harmonischen Farbenreichtum und ein großes Spektrum erweiterter Spieltechniken auszeichnet. Seit 2015 entstand in der Zusammenarbeit mit Komponist*innen wie Ellen Arkbro, Arnold Dreyblatt, Amir ElSaffar, CC Hennix, Simon Martin, Eliane Radigue, Jan-Peter E.R. Sonntag, Keith Tippett und durch diverse Kompositionsaufträge ein vielfältiges Repertoire, das Grenzbereiche zeitgenössischer Musik auslotet und die Inspiration durch experimentelle und außereuropäische Musikformen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Kunstformen sucht.

Mitglieder

Mit dem Tubisten und Komponisten Robin Hayward, dem auch in der improvisierten Musik profilierten Posaunisten Hilary Jeffery und der Hornistin Elena Kakaliagou, die sich virtuos zwischen zeitgenössischer und experimenteller Musik bewegt, haben sich zu Zinc & Copper drei international anerkannte Musiker*innen zusammengefunden. Gemeinsam formen sie ein außergewöhnliches Ensemble, das inzwischen seit Jahren zusammenarbeitet und zunehmend internationale Aufmerksamkeit und das Interesse von Komponist*innen aus sich zieht.

Ensembleklang & Mikrotonalität

Die von Robin Hayward für den ganzen Tonumfang des Instruments entwickelte mikrotonale Spielweise der Tuba sowie die von ihm entwickelte Software Tuning Vine bilden den Ausgangspunkt für die forschende Auseinandersetzung des Ensembles mit mikrotonalen Stimmungen. Durch diese Auseinandersetzung sowie die bewusste Entscheidung für ein reines Tiefblechensemble mit Tuba, Posaune und Horn, ist ein charakteristischer, sowohl dunkler als auch obertonreicher Ensembleklang entstanden. Die Verbindung zwischen Klangfarbe / Timbre und mikrotonalen Stimmungen erfordert ein tiefgründiges, sowohl theoretisch durchdrungenes als auch hörend und praktisch spielerisch angeeignetes Verständnis von Obertönen und Untertonstimmung.

Intonation als Katalysator musikalischer Forschungsarbeit

Der zentrale Forschungsgegenstand der Intonation eröffnet auch Verbindungen zu anderen musikalischen Parametern, Epochen und Kulturen. In der Zusammenarbeit des Ensembles mit der französischen Komponistin Eliane Radigue spielen beispielsweise mikrotonale Schwebungen zwischen den Obertönen eine wichtige Rolle. Die Geschwindigkeit dieser Schwebungen bildet hier eine unmittelbare Verbindung zwischen Intonation, Klangfarbe und Rhythmus.

Bei der Zusammenarbeit mit der schwedischen Komponistin Ellen Arkbro entsteht über die mitteltönige Stimmung der Orgel eine Brücke zur Musik der Renaissance. Eine ähnliche Verbindung ist auch in der Kollaboration mit Simon Martin erkennbar, der die „Hayward Tuning Vine“-Software sowohl beim Komponieren als auch zum Generieren der Sinuswellen des Stücks verwendet.

Der Fokus des Ensembles auf Intonation eröffnet zudem Verbindungen zu anderen Musikkulturen und anderen Kunstformen, beispielsweise in den Projekten „Maqam / Brass Resonance“ mit Amir ElSaffar, „Winter’s Welcome“ von Keith Tippett oder der Kollaboration mit der bildenden Künstlerin Leonor Antunes, in der die Längenrelationen von Antunes‘ Rohrskulpturen auf die Instrumenten übertragen wurden.

Website
zincandcopper.org