bookmark_borderweb audio projekt 4

Online Musik (Text von Hilary Jeffery)

Um ein professioneller und aktiver Musiker zu sein, muss man mehr als nur ein Instrument spielen. In den 90er/Anfang der 2000er Jahre war das WWW ein sehr kreativer Raum, der Musikern einzigartige neue Möglichkeiten bot, ihre Werke selbst zu veröffentlichen und zu bewerben. Mit dem Aufkommen von „Myspace“ kündigte sich ein Wandel an, „Big Tech“ zog ein und „Social Media“ übernahm die Macht. Die versprochene neue Vernetzung und die weitreichenden Möglichkeiten der Selbstveröffentlichung erwiesen sich in vielerlei Hinsicht als illusorisch. Das zentralisierte und kommerzialisierte Modell, bei dem die „Nutzer“ zum unfreiwilligen „Produkt“ werden, wird nun allmählich abgelehnt, und die neuen Entwicklungen spiegeln eher die Anfänge des Internets wider, allerdings mit weitaus besserer Technologie und einer kollektiven Erfahrung von mehr als 30 Jahren Online-Erfahrung! Wichtige Fragen für Musiker, die wollen, dass ihre Musik gehört wird, sind:

  • Wie kann man im Vergleich zu Künstlern, die von Unternehmen unterstützt werden, ein angemessenes Maß an Aufmerksamkeit erlangen, insbesondere wenn man über Mainstream-Kanäle kommuniziert?
  • Wie kann man auf diesen Kanälen „durchbrechen“?
  • Wie kann man überhaupt jemanden erreichen, wenn man über andere, weniger bekannte Kanäle kommuniziert?
  • Ist es sinnlos, einfach ins Leere zu posten?
  • Wie kann man ein Publikum ansprechen, das bereits mit zahlreichen Online-Inhalten übersättigt ist?

Um sich in diesem Medium wirklich zu engagieren und zu arbeiten, muss man sich zwangsläufig mit der Technik auskennen, die Technologie verstehen und eigene, einzigartige Wege finden. Jetzt tauchen neue Social-Media-Kanäle auf, die unterschiedliche Ansätze bieten. Seit November werden Informationen über dieses Projekt auf einer Vielzahl verschiedener Social-Media-Kanäle gepostet, von Mainstream-Kanälen bis hin zu weniger befahrenen Pfaden. Wir beobachten, was passiert…

Projektkanäle:

facebook.com/welltunedbrass
instagram.com/welltunedbrass
berlintune @ mastodon
berlintune @ flote

Veröffentlicht in 2021

bookmark_borderweb audio projekt 3

Web Audio (Text von Benjamin Jefferys)

Web Audio und Javascript bieten leistungsfähige Werkzeuge für interaktives Audio im Web. Jüngste Entwicklungen wie WebAssembly bringen die Leistung von Desktop-DSP ins Web und ermöglichen es Anwendungen, nahtlos im Browser zuverarbeiten. Während herkömmliches Streaming nur schwer das Live-Musik-Erlebnis nachahmen kann, spielen diese neuen Techniken die Stärken des Mediums voll aus. Während herkömmliches Streaming nur schwer das Live-Musik-Erlebnis simulieren kann, bringt der Einsatz dieser neuen Techniken die Stärken des Mediums zur Geltung.

webaudiodemos.appspot.com

Veröffentlicht in 2021

bookmark_borderweb audio projekt 2

Generative Musik (Text von Hilary Jeffery)

Brian Eno definierte generative Musik als „jede Musik, die sich ständig verändert und von einem System erzeugt wird“. Dieser algorithmische Ansatz eignet sich gut für die Online-Präsentation von Musik und unterscheidet sich von den typischen konsumentenbasierten Diensten, die meist voraufgezeichnete Soundfiles abspielen, oft in kuratierten Streams. Wir erforschen Möglichkeiten, Musik online zu präsentieren, die spielerischer sind und sich für das Durchsuchen mehrerer Online-Inhalte eignen. Es gibt offensichtliche Verbindungen zu Eric Saties „Möbelmusik“, zu den aleatorischen Ansätzen von John Cage und zum Genre der Ambient Music. Dieser Ansatz wirft auch ein Schlaglicht auf aktuelle Hörgewohnheiten. Wie oft setzt sich jemand wirklich hin und hört Musik, während er nichts anderes tut? Es ist von großem Wert, sich die Zeit und den Raum dafür zu nehmen, aber gleichzeitig ist es ebenso wertvoll, einige weniger konzentrierte/mehr treibende Modalitäten zuzulassen. Während ich diesen Text schreibe, höre ich die neueste Version unseres Prototyps einer Web-Audio-Site mit Musik von Duane Pitre. Es hilft mir, mich auf das Schreiben zu konzentrieren und gleichzeitig andere Teile meines Geistes zu beschäftigen, was es zu einer befreienden und sehr musikalischen Erfahrung macht!

More about Brian Eno + Generative Music:
intermorphic.com

A concise history of algorithmic composition:
ccrma.stanford.edu

Veröffentlicht in 2021

bookmark_borderweb audio projekt 1

Im September 2021 starteten wir ein neues Online-Projekt, das durch das Stipendium des Musikfonds „FEB“ (Förderung von Ensembles und Bands) unterstützt wird.

Zinc & Copper arbeiten regelmäßig mit Gastmusikern zusammen. Für dieses Projekt haben wir das Ensemble zu einem Quintett erweitert, in dem zwei Gastmusiker mit Computern arbeiten:

Benjamin Jefferys, ein in Berlin lebender Software-Ingenieur und Posaunist, der bei Ableton arbeitet.

Duane Pitre, der kürzlich „Pons“ („Bridge“) für das Ensemble komponierte und auch unsere neue Website gestaltete.

Ausgangspunkt des Projekts ist der Wunsch, Musik online auf eine Art und Weise zu präsentieren, die tatsächlich zum digitalen Medium passt, anstatt etablierte Formen des Musizierens zu kompromittieren, die sich bereits als sehr gut funktionierend erwiesen haben!

Generative algorithmische Kompositionen werden auf einer neuen Website präsentiert, die von Hilary Jeffery’s „Berlintune“ Studio gehostet wird.

Neben diesen neuen Werken erforschen wir, wie wir als kreative Musiker effektiv mit der komplexen Welt der sozialen Medien, Websites und anderen Formen der Online-Veröffentlichung arbeiten und uns darin bewegen können.

Wir suchen nach kreativen, aber kompromisslosen Möglichkeiten, mit neuen Technologien umzugehen, damit Musiker nicht auf digitale Avatare im Internet reduziert werden und digitale Technologien nicht dazu verwendet werden, die Komplexität der menschlichen Kultur zu simulieren, z. B. bei Live-Musikveranstaltungen! Es geht nicht darum, das Potenzial der digitalen Technologie zu negieren, sondern vielmehr darum, sie auf eine Art und Weise zu nutzen, die ihrem Wesen entspricht und bei der wir ihre Stärken ausspielen können.

Laufende Recherchen und Dokumentationen zu diesem Projekt werden in den nächsten Wochen hier und auf anderen Plattformen erscheinen.

Veröffentlicht in 2021